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Keyboard

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Das Keyboard hat die Heimorgel abgelöst. Nicht nur durch seine Elektronik,
welche wesentlich besser geworden ist, nein auch durch seine Handlichkeit.
Das Keyboard ist bei der Jugend zum absoluten Mode- Instrument geworden.

Beim Keyboardspielen können wir ganze Rhythmen und verschiedene
Instrumente auswählen. 2. Stimmen aufnehmen und 1. Stimmen dazu spielen
u.s.w. Es stehen uns viele Türen offen, und wir können alleine ein ganzes
Orchester zusammenstellen.

Geschichte des Keyboards
Lange Zeit gab es nur die klassischen Tasteninstrumente. Die Elektrizität und die damit verbundenen Erfindungen machten es aber möglich, dass andere Arten der Tonerzeugung ins Spiel kamen. Den Anfang machte die elektrische Orgel, allen voran die legendäre Hammond-Orgel, für die der amerikanische Erfinder Laurens Hammond 1934 das Patent bekam. Er hatte sich das Ziel gesteckt, eine transportable Kirchenorgel zu bauen, die man gut bei Filmvorführungen in den Kinosälen einsetzen konnte. Er kam eher zufällig bei Experimenten mit Gleichlaufmotoren auf die Idee.

Das Prinzip der Hammond- Orgel basiert auf dem so genannten Tonwellengenerator. Die Töne werden dadurch erzeugt, dass auf einer Welle für jeden Tastenton ein gezacktes Rädchen befestigt ist, welches durch seine gleichmässige Drehung in einem Dauermagnetfeld einen Strom erzeugt, der in eine Sinusschwingung verwandelt wird. Durch Röhrenverstärker gejagt wurde der Hammond-Sound zum unverwechselbaren Markenzeichen. Hinzu kam das Lesley-Kabinett, ein System aus rotierenden Lautsprechern, die dem Klang eine grosse Raumfülle gaben.

Ende der 60er-Jahre ging die Firma Hammond von der Tonwelle ab und baute rein elektronische orgeln, basierend auf Transistorschaltungen. Damit war im Grunde der Mythos Hammond am Ende. Auch andere Firmen bauten nun elektronische Orgeln, aber das ursprüngliche Klangerlebnis war eigentlich nicht mehr da.

Die fortschreitende Elektronikindustrie bescherte der Musik aber andere Klangmöglichkeiten. Durch die immer kleiner werdenden Schaltungen der Transistortechnologie wurde es möglich, Frequenzen und vielfältige Frequenzteilungen künstlich zu erzeugen. Das war die Geburtsstunde der analogen Synthesizer. Die ersten Modelle waren noch raumfüllend.

Erst der kleine transportable Minimoog von Bob Mogg brachte 1970 den Durchbruch. Nun waren „Synthis“ auch auf der Bühne einsetzbar. Der Minimoog war zwar monophon, d.h. man konnte immer nur einen einzelnen ton spielen, aber er hatte einen besonders vollen Klang durch seine drei Oszillatoren. Er war der Solosyntheizer und machte mit seinem Klang Musikgeschichte. 

Bald kamen polyphone (mehrstimmige) Synthesizer auf den Markt. Auch dabei war Moog einer der Ersten. Aber auch hier war das Ende abzusehen. Erste digitale Synthesizer entstanden schon zur Zeit des Polymoogs um 1977. Der entscheidende Unterschied zwischen den analogen und digitalen Instrumenten: Bei den analogen Synthesizern konnten die Klänge durch Filter und Schaltkreise eingestellt werden. Beim Digitalklang waren die Grundwellenformen schon binär gespeichert. Durch Überlagerung und Zusammenfügen der Basiswellenformen konnten immer neue Klänge erzeugt werden. Diese polyphonen digitalen Synthesizer boten den Musikern natürlich Sounds bis zum Abwinken, waren aber recht teuer.

Eine Marktlücke tat sich auf. Die MusikerInnen mussten mit preislich erschwinglichen, multifunktionalen Klangmaschienen ausgerüst werden. Die Musikindustrie in Fernost – vor allem in Japan – erkannte das Marktpotenzial, angefangen bei Yamaha mit dem DX 7. Die Keyboards (Tastenbretter) waren handliche Tasteninstrumente, welche alle Eigenschaften in sich vereinten, die der/die Musikerin benötigte (oder zu benötigen glaubte).

Nicht nur die Vielfalt der vorhandenen und sofort abrufbaren Sounds war beeindruckend. Die Keyboards boten gleich noch die passenden Schlagzeug- Rhythmus- oder Bassbegleitungen, Arrangier und Speichermöglichkeiten für eigene Songs und das MIDI- System mit dem ähnliche Geräte untereinander gekoppelt werden konnten. So wurde es möglich, dass ein/eine einzelne BedienerIn am Tastenbrett eine ganze Reihe von Nebengeräten mit einem einzigen Keyboard ansteuern konnte.

Durch MIDI wurde es ermöglicht das Keyboard mit dem Computer zu verbinden. Auf einfache Weise und mit der entsprechenden Software konnte jeder/jede Musikerin nun zu Hause sein/ihr eigenes Studio eröffnen; Homerecording war möglich. Damit wurde der klassische Synthesizer überflüssig. Natürlich gibt es immer noch Nostalgiefans, die darauf schwören.

Der nächste Entwicklungsschub führte Mitte der 80er- Jahre zu den Samplern. Mit dem SG 12 von Akai wurde die Technik bezahlbar. Sampler können beliebige Klänge oder Schallereignisse aufnehmen und digitalisieren. Der/die KeyboarderIn steuert mit seinen/ihren tasten über MIDI den Sampler an, aus den Lautsprechern erklingen Originalchöre, Orchestertutti oder das Blöken einer Kuh. Sinnigerweise werden auch die Sounds der alten „Synthis“ gesamplet. 

Das Samplen mit seinen irren Datenmassen geschieht heute in einer Qualität, die es für Laien fast unmöglich macht zu unterscheiden, ob da tatsächlich ein Orchester spielt oder ob es nur die Ein-Mann-Bedienung ist (wobei natürlich Frauen auch gemeint sind). Hochwertiges Sampling ist nur möglich durch die Weiterentwicklung der Speicherchips, die immer aufnahmefähiger und preiswerter geworden sind.

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